Meditations-Tagebuch

Authentische Selbstführung im Job: Wie Drachenenergie meine Präsenz stärkt

2026.09.24
Authentische Selbstführung im Job: Drachenenergie und ruhige Präsenz einer UX-Designerin im Agenturalltag

Zwanzig Minuten am Morgen sind alles, was ich der Drachenenergie an festem Termin gebe – der Rest passiert zwischen zwei Meetings, und genau danach werde ich am häufigsten gefragt: Was bringt das im Job, wenn man nach einem Burnout wieder Verantwortung trägt? Meine kurze Antwort: Selbstführung heißt für mich inzwischen, die eigene Kraft zu dosieren, nicht sie zu maximieren. Achtsamkeit im Job ist bei mir kein Ritual für die Pause, sondern ein Regler, den ich vor wichtigen Terminen hochstelle und in der Fokuszeit wieder herunter. Die Fragen unten stellen mir Leserinnen und Kolleginnen immer wieder, und ich beantworte sie so, wie ich Nutzerstimmen auswerten würde: mit Beobachtung statt Behauptung.

Selbstführung mit Drachenenergie – was ich im Büro darunter verstehe

Drachenenergie ist mein persönliches Wort für eine körperliche Erfahrung: eine schwere, geerdete Wärme entlang der Wirbelsäule, die auftaucht, wenn ich innerlich sortiert bin. Es ist kein Fachbegriff und kein Versprechen, sondern ein Arbeitsetikett, das in einem UX-Review-Board zugegeben seltsam klingt. Woher das Wort kommt und was ich im Kurs darüber gelernt habe, steht in einem eigenen Eintrag; hier geht es nur um den Arbeitstag.

Ein Etikett ist für mich wie ein Cluster-Name in der Nutzerforschung: Es macht eine Beobachtung wiederauffindbar, mehr nicht. Mit diesem Maßstab lese ich alles, was folgt.

Woran erkenne ich sie mitten im Arbeitstag?

An einem Dienstagnachmittag stand ich in der Agenturküche und drückte die Taste am Vollautomaten. Im Flur hing noch das schwere Parfum einer Kundin, die gerade das Konferenzzimmer verlassen hatte, und der Abgabetermin für das neue App-Interface lag wie ein Stein auf dem Tag. Früher hätte mich das in das flache, hastige Atmen geschickt, das ich seit meinem Ausfall im Oktober 2023 nur zu gut kenne. Diesmal stieg stattdessen eine Wärme in der Wirbelsäule auf, die nichts mit der Raumtemperatur zu tun hatte. Mein Atem wurde länger, ohne dass ich ihn angewiesen hätte.

Mein Prüfkriterium ist deshalb schlicht: Wird der Atem von selbst länger, ist sie da. Muss ich sie erst herstellen, lasse ich es bleiben, denn Erzwingen erzeugt bei mir nur Anspannung mit spirituellem Anstrich.

Espressotasse auf einem Designer-Schreibtisch in einer modernen Agentur – Achtsamkeit im Job zwischen zwei Terminen

Hätte nicht auch Yoga gereicht?

Aus einer 21-tägigen Meditationsreise in der ambulanten Nachversorgung ist bei mir eine werktägliche Praxis von zwanzig Minuten geworden, kurz bevor ich in die Agentur fahre. Vorher wärme ich mir die Finger an einer Schale mit Ingwertee, bis die Hitze über die Handflächen bis in die Unterarme zieht. Dann setze ich mich, stelle den Timer und bleibe sitzen, bis er sich meldet.

Yoga hatte ich vorher versucht, in einer Fitness-Kette, und den Kurs bis zum Schluss durchgezogen. Für den Rücken mag das gut gewesen sein; im Meeting kam davon bei mir nichts an. Das ist mein Befund, kein Urteil über Yoga, und er hängt vermutlich mit dem Rahmen zusammen: Gruppe, Anleitung von vorn, danach direkt zur Tür. Für den Job brauchte ich etwas, das ich allein und vor der ersten Mail machen kann.

Wie sich diese Praxis auf fremde Erwartungen im Job auswirkt, habe ich an anderer Stelle aufgeschrieben, unter dem Stichwort Erwartungen anderer loslassen.

Die Energie im Review-Termin einschalten

In einem Projekt-Pitch stellte ein Senior Stakeholder eine meiner User-Flow-Entscheidungen massiv infrage, mit diesem herablassenden Unterton, der mich früher sofort in die Defensive gedrängt hätte. Mein Herzschlag wollte schneller werden. Dann war da die stetige, pulsierende Wärme im Solarplexus, und meine Stimme blieb ruhig, selbst als der Projektmanager gegenüber laut wurde.

Statt mich zu rechtfertigen, stellte ich eine präzise Gegenfrage zu den Nutzerdaten. Die Frage lenkte das Gespräch von der Person zurück auf die Sache. Das ist die Souveränität, die ich früher mit Überstunden erzwingen wollte.

Vor solchen Terminen prüfe ich kurz, ob die Wärme da ist – nicht als Drachen-Beschwörung, sondern wie ein Blick auf die Tankanzeige. Ist sie da, formuliere ich eine Frage statt einer Verteidigung. Ist sie nicht da, bleibe ich bei der Vorbereitung und vertraue auf die Unterlagen.

Dabei bleibe ich Designerin und keine Ärztin oder Therapeutin. Wer in Konfliktsituationen mit Herzrasen oder tiefsitzenden Ängsten zu tun hat, sollte das immer medizinisch abklären lassen; meine Notizen sind ein Erfahrungsbericht, kein Ersatz dafür.

Holz-Talisman auf einem Notizbuch als Symbol für innere Stärke und Selbstführung im Job

Drosseln statt Dauerbetrieb

Viele spirituelle Ratgeber tun so, als müsse man die neu gefundene Kraft dauerhaft auf Anschlag fahren. Als Burnout-Erfahrene sehe ich das anders: Statt die Drachenenergie zur ständigen Selbstbehauptung zu nutzen, drossle ich sie im Job oft bewusst.

Wenn ich den ganzen Tag auf dieser hohen Stufe bleibe, bin ich abends in meiner Wohnung in der Carlstadt so aufgekratzt, dass an Schlaf nicht zu denken ist. Deshalb gilt bei mir eine einfache Regel: einschalten für Pitch, Review und schwierige Gespräche, herunterfahren in der Fokuszeit, wenn ich Icons schiebe oder Flows zeichne. Es geht um Energiemanagement, nicht um energetische Dauerbeschallung.

Wer gerade erst aus der Erschöpfung kommt, weiß, dass Geduld lernen nach dem Burnout auch heißt, mit der eigenen Kraft hauszuhalten, statt sie sofort wieder zu verfeuern.

Resonanz statt Druck: Teamführung als UX-Aufgabe

Als Teamleitung entscheide ich nicht mehr über Druck, sondern über Resonanz. Kippt die Stimmung im Slack-Channel, merke ich das früh und kann es ansprechen, ohne selbst aus der Fassung zu geraten. Das ist für mich UX-Leadership im wörtlichen Sinn: Man gestaltet nicht nur die Erfahrung der Nutzer, sondern auch die des Teams.

Praktisch heißt das, dass ich bei wackelnder Stimmung zuerst meinen eigenen Zustand prüfe und dann eine offene Frage in die Runde stelle, statt eine Ansage zu machen. Die Reihenfolge zählt, denn eine Frage aus Anspannung klingt schnell wie ein Vorwurf.

Prüfstein nach Feierabend: Kann ich stehenbleiben?

Eine Freundin, die jede Woche zum Töpferkurs in ein Flingerner Atelier geht, hat mich einmal gefragt, woran ich das eigentlich festmache – Meetings ließen sich ja schwer messen. Meine Antwort: gar nicht an den Meetings, sondern am Danach. Mein Prüfstein ist, ob ich nach Feierabend noch etwas wahrnehme, das nichts mit Arbeit zu tun hat.

Auf der Rheinuferpromenade auf Höhe Burgplatz wehte nach einem langen Tag der Geruch von frischem Brot heran, und ich blieb stehen, ohne es beschlossen zu haben. Der Himmel hatte dieses typische Düsseldorfer Taubenblau, und ich fühlte mich nicht mehr leer, sondern ausgefüllt. Die Drachenenergie hat mir nicht beigebracht, eine bessere Designerin zu sein – das konnte ich vorher schon. Sie hilft mir, Designerin zu bleiben, ohne mich dabei zu verlieren.

Blick auf den Rhein in Düsseldorf zur blauen Stunde – Ort für Achtsamkeit nach einem Tag im Job

Wenn die Wärme ausbleibt: Pause statt Pose

Manche Tage bleibt sie aus, etwa nach einer kurzen Nacht oder wenn der Kalender randvoll ist. Dann spiele ich nichts vor. Ich halte die Schale mit dem Tee etwas länger in den Händen und gehe mit ganz normaler, unspektakulärer Aufmerksamkeit in den Termin. Auch das zählt in meiner Praxis, und ein Tag ohne Wärme ist kein verlorener Tag.

Beim Sortieren dieser Notizen am Sonntagabend steht der Montag schon fest: zwanzig Minuten sitzen, bevor ich in die Agentur fahre, nicht als Kriegerin, sondern als jemand, der den eigenen Raum kennt. Wenn bei dir der Druck im Job zunimmt, sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einem Coach darüber, wie du deine Grenzen schützen kannst. Meine Erfahrungen sind nur ein Beispiel dafür, wie eine leise Kraft im lauten Arbeitsalltag aussehen kann.

Hinweis: Diese Webseite dient ausschließlich der Information und Unterhaltung. Ich bin kein Arzt, Finanzberater oder Anwalt. Holen Sie sich professionellen Rat, bevor Sie Entscheidungen zu Gesundheit oder Finanzen treffen.